Karneval in Köln: Enne superjeile Zick

„In Kölle jebützt“ - in Köln geküsst - wird nicht nur an den tollen Tagen von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag. Bei mehr als 500 Bällen und Sitzungen feiern die Kölner zusammen mit rund einer Million Gästen aus aller Welt den Karneval als die „fünfte Jahreszeit“.  Bereits im August beginnt der Vorverkauf für die unterschiedlichen Veranstaltungen.
Offiziell startet die Session am 11.11. um 11 Uhr 11: Auf dem Alter Markt in Köln wird das neue Dreigestirn, Prinz, Bauer und Jungfrau, den schunkelnden Jecken vorgestellt. Manchem Fremden mag es ziemlich merkwürdig erscheinen, im Spätherbst Karneval zu feiern. Doch für die Menschen in Köln ist der Sessionsstart ein willkommener Anlass, denn ernsten Tagen des Novembers zu entfliehen.

Karneval auf der Straße: Jetzt geht’s los!Karneval in Köln
Richtig los geht’s an Wieverfastelovend, der Weiberfastnacht. Punkt 11 Uhr 11 wird der Karneval auf der Straße eröffnet: An diesem inoffiziellen Feiertag in Köln stürmen die Weiber das Rathaus und übernehmen das Regiment über Köln. Allzu ordentlich gekleidete Männer haben an Weiberfastnacht schon oft ihre Kravatten eingebüßt. Als Zeichen der Macht werden ihnen diese von den Frauen kurzerhand abgeschnitten. Die Entschädigung dafür ist ein Bützchen. Auch der Oberbürgermeister entgeht dem Treiben an Karneval nicht unbeschadet. Er übergibt dem Prinzen Karneval für die tollen Tage den Schlüssel der Stadt und ab dann herrschen die Narren über Köln.

An vollen Zügen den Karneval genießen…
Ein weiterer Höhepunkt des Kölner Straßenkarnevals ist der Rosenmontagszug. Sobald der Ruf  "Dr Zuch kütt" durch die Reihen schallt, heißt es mitgebrachte Taschen bereit zu machen. Am rund 6 Kilometer langen Zugweg kann man Kammelle, Strüßjer und Bützje einfangen. Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen und es an Karneval richtig kalt sein, dann hilft jede Menge Musik im und am Zug den Jecken beim Warmschunkeln und -tanzen.

Kultstatus im Karneval haben auch die Schull- und Veedelszöch, die am Karnevals-Sonntag fast den gleichen Weg nehmen. Schulen und Vereine aus ganz Köln arbeiten viele Monate an ihren Kostümen und Wagen, um an diesem Zug teilnehmen zu können. Am Ende werden die schönsten Gruppen prämiert und dürfen am Rosenmontagszug teilnehmen.

Alternativen Karneval zeigt der Geisterzug am Samstagabend. Dort geht es weniger ums Zuschauen. Jeder ist aufgefordert sich anzuschließen und mitzumachen. Mit teils gruseligen Verkleidungen erinnert er an den heidnischen Vorläufer des Karneval in Köln. Gleichzeitig transportiert der Geisterzug auch immer eine politische Botschaft, so wie es im Karneval üblich ist. Der Zugweg verläuft in jedem Jahr anders und im Gegensatz zu den übrigen Umzügen an Karneval gibt es auch weder Kamelle, noch Strüßjer.

Am Aschermittwoch ist leider jeder Karneval vorbei
Ein weiteres Highlight ist dienstags um Mitternacht die Nubbelverbrennung. Der Nubbel - eine Strohpuppe - muss als Sündenbock für alle während des Karneval begangenen Verfehlungen herhalten. In einer laut vorgetragenen Anklageschrift wird dem Nubbel die Schuld für das vergangene schändliche Treiben gegeben. Unter Absingen von Trauergesängen, von einem eigens für Karneval ernannten Priester mit einer Klobürste eingesegnet, trägt man symbolisch den Karneval feierlich zu Grabe.
Bis zur nächsten Session … in Köln!

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