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St. Gereon in Köln: Dekagon und römische Ursprünge

St. Gereon fällt durch seinen großen zehneckigen Zentralbau auf, das Dekagon. Dessen Kern reicht bis in die spätrömische Zeit zurück; Langchor, Krypta und Kapellen erzählen von späteren Bauphasen. Die Kirche liegt im Gereonsviertel der Altstadt-Nord und verbindet antike Baureste, romanische Architektur und mittelalterliche Kunst an einem Ort.

Kurzfakten zu St. Gereon

  • Standort: Gereonskloster 2 in der Kölner Altstadt-Nord.
  • Der Kern des Kirchenbaus ist ein spätantiker Ovalbau aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts.
  • Das Dekagon entstand durch die Einbindung des Ovalbaus in einen zehneckigen Bau zwischen 1219 und 1227.
  • In der Krypta liegen ein staufisches Bodenmosaik und ein Renaissance-Altaraufsatz.
  • Der Kirchenraum ist laut Gemeinde montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet; sonntags ist die Vorhalle zugänglich.

Vom römischen Ovalbau zur christlichen Kirche

Die Ursprünge reichen in ein Gräberfeld nordwestlich der römischen Stadt. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts wurde dort ein ovaler Bau errichtet, dessen Funktion nicht abschließend geklärt ist. Seine Form ist im heutigen Kirchenraum weiterhin ablesbar: kleinere Konchen begleiten die Seiten, eine größere Konche bildete den östlichen Abschluss. Spätestens in fränkischer Zeit wurde der Bau christlich genutzt. Der Geschichtsschreiber Gregor von Tours erwähnte um 590 eine Basilika vor den Toren Kölns, in der Märtyrer der thebäischen Legion verehrt wurden.

Die Kirche wuchs in mehreren Etappen. Unter Erzbischof Anno wurde der östliche Abschluss im 11. Jahrhundert verändert und durch Langchor und Krypta ergänzt. Im 12. Jahrhundert kamen weitere Umbauten am Chor hinzu. Zwischen 1219 und 1227 wurde der antike Ovalbau in das Dekagon integriert. Diese Verbindung erklärt die besondere Wirkung des Zentralraums: Ein früher Baukörper blieb erhalten und erhielt eine neue, von außen klar erkennbare Form.

Das Dekagon und seine Ausstattungsstücke

Das Dekagon ist der prägende Raum von St. Gereon. Die Seiten des Zehnecks umfangen den älteren Baukern und führen den Blick nach oben zur Kuppel. Die Form lässt sich am besten im Inneren und im Verhältnis zu Chor und Vorhalle verstehen. St. Gereon unterscheidet sich damit von den längsgerichteten Kirchenräumen, etwa der dreischiffigen Basilika St. Aposteln. Auch Groß St. Martin und der Kölner Dom mit dem gotischen Langhaus zeigen, wie unterschiedlich Kölns Kirchenräume gestaltet sind.

Zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken gehört das Mosaik mit Szenen aus dem Alten Testament, darunter Darstellungen von Samson und David. Es entstand in staufischer Zeit und wurde später in die Krypta verlegt. Dort befindet sich außerdem ein Kalkstein-Retabel aus der Renaissance, das eine Kreuzigung zeigt und auf einem romanischen Altartisch steht. Beide Werke zeigen, wie die Krypta Ausstattung aus verschiedenen Jahrhunderten bewahrt.

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Veränderungen, Zerstörung und Wiederaufbau

Auch nach dem Mittelalter wurde der Bau erweitert und mit Kunstwerken ausgestattet. Taufkapelle und Sakristei kamen im 13. beziehungsweise 14. Jahrhundert hinzu. Ein Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg beschädigte besonders den Kuppelbau im Nordwesten. Die Wiederherstellung erforderte umfangreiche Arbeiten; seit 1984 werden im Dekagon wieder Gottesdienste gefeiert. Romanische Grundformen, gotische Ergänzungen und Restaurierungen prägen die heutige Anlage.

Der Zentralraum macht die Verbindung von spätantiken Konchen und dem darüber aufragenden Dekagon anschaulich.

Besuch und Lage

St. Gereon befindet sich am Gereonskloster in der Altstadt-Nord. Die Pfarrgemeinde nennt für den Kirchenraum Öffnungszeiten von Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr. Sonntags ist die Vorhalle zugänglich; im Kirchenraum finden Gottesdienste statt. Ein Spaziergang Richtung Innenstadt lässt sich mit einem Besuch von St. Ursula verbinden.

FAQ zu St. Gereon

Was ist das Besondere am Dekagon?

Das Zehneck umschließt einen spätantiken Ovalbau und prägt die äußere wie innere Gestalt von St. Gereon. Es entstand zwischen 1219 und 1227.

Welche Kunstwerke befinden sich in der Krypta?

Dort sind ein staufisches Bodenmosaik mit alttestamentlichen Szenen sowie ein Renaissance-Altaraufsatz aus Kalkstein mit einer Kreuzigungsdarstellung zu sehen.

Wann ist St. Gereon geöffnet?

Die Gemeinde nennt montags bis samstags 10 bis 18 Uhr für den Kirchenraum. Sonntags ist die Vorhalle zugänglich; Gottesdienste finden im Kirchenraum statt.