Hohenzollernbrücke: Kölns Eisenbahnbrücke am Dom
Zwischen Kölner Dom, Hauptbahnhof und Deutz überspannt die Hohenzollernbrücke den Rhein. Ihre drei markanten Fachwerkbogenbrücken gehören zu den bekanntesten Ansichten der Stadt. Züge passieren die Brücke auf sechs Gleisen; auf beiden Seiten verlaufen Wege für Fußgänger und Radfahrer. Zusammen bilden Brücke und benachbarter Hauptbahnhof einen wichtigen Knoten im deutschen und europäischen Eisenbahnnetz. Damit ist sie zugleich Verkehrsbauwerk und direkter Rheinübergang mitten im Zentrum.
Kurzfakten zur Hohenzollernbrücke
- Die Brücke entstand von 1907 bis 1911 als Ersatz für die Dombrücke.
- Drei Fachwerkbogenbrücken verlaufen parallel; jede besitzt drei aufeinanderfolgende Bögen über dem Rhein.
- Die drei Spannweiten entlang der Querung betragen 111,88, 167,75 und 122,56 Meter, zusammen 409,19 Meter.
- Auf beiden Seiten gibt es Geh- und Radwege.
- Die Brücke steht seit dem 5. August 1997 unter Denkmalschutz.
Vom Eisenbahnbedarf zur neuen Rheinquerung
Die Vorgängerin, die Dombrücke, war dem wachsenden Eisenbahnverkehr nicht mehr gewachsen. Am 17. Juni 1907 begannen Abbau und Neubau gleichzeitig. Der Verkehr wurde nach und nach auf die neue Brücke verlagert, die 1911 fertiggestellt und in Betrieb genommen wurde. So blieb die wichtige Verbindung während der mehrjährigen Arbeiten nutzbar.
Die ursprüngliche Anlage vereinte unterschiedliche Verkehrsarten. Ein Brückenteil diente dem Straßen- und Straßenbahnverkehr, zwei weitere nahmen vier Gleise auf. Die ursprüngliche Straßen- und Straßenbahnverbindung wich dem Ausbau der Eisenbahn. 1956 bis 1959 und nochmals 1986 bis 1987 kam jeweils eine weitere Fachwerkbogenbrücke hinzu. Heute führt die Eisenbahn über sechs Gleise; die beiden nördlichen sind der S-Bahn vorbehalten.
Architektur und Maße der Brücke
Drei Fachwerkbogenbrücken liegen parallel nebeneinander. Jede der drei Brücken besitzt ihr eigenes Stahlfachwerk mit drei aufeinanderfolgenden Bögen über dem Fluss. Entlang der Rheinquerung messen die drei Spannweiten 111,88 Meter, 167,75 Meter und 122,56 Meter; zusammen sind es 409,19 Meter. Die Gesamtbreite beträgt 26,20 Meter. Sechs Gleise führen über den Rhein; Geh- und Radwege liegen beidseits der Eisenbahnbrücken.
Im März 1945 sprengte die Wehrmacht die Hohenzollernbrücke, um den Vormarsch der Alliierten zu erschweren. Der schrittweise Wiederaufbau und die späteren Erweiterungen prägen die heutige Gestalt. Das Eisenbahnbauwerk gehört der Deutschen Bahn InfraGO AG; die Stadt Köln unterhält die beidseitigen Geh- und Radwege.
Zu Fuß oder mit dem Rad über den Rhein
Die Wege auf beiden Seiten machen den Rheinübergang auch ohne Zugfahrt zugänglich. Von der linksrheinischen Innenstadt gelangen Sie über die Brücke nach Deutz; umgekehrt führt der Weg von der rechten Rheinseite zum Hauptbahnhof und an den Dom. Auf der Querung erleben Sie den Wechsel zwischen den engen Gleisanlagen und dem weiten Blick auf Fluss, Ufer und Innenstadt. Ihre Lage und Baugeschichte stehen im größeren Zusammenhang der Kölner Stadtgeschichte und Architektur.
Besonders anschaulich ist der Kontrast der Rheinseiten: Auf der einen Seite stehen Dom und Hauptbahnhof dicht am Ufer; auf der anderen prägen Deutz und die rechtsrheinische Stadtsilhouette den Blick. Am linksrheinischen Ende liegt die Altstadt mit dem Dom; ihre ältere Entwicklung reicht in das mittelalterliche Köln zurück. Das Historische Rathaus steht im Zentrum dieser historischen Stadtlandschaft, westlich des Rheins.
FAQ zur Hohenzollernbrücke
Kann man die Hohenzollernbrücke zu Fuß überqueren?
Ja. Auf beiden Seiten der Eisenbahnbrücke verlaufen Wege für Fußgänger und Radfahrer. Sie verbinden das linksrheinische Zentrum mit Deutz.
Wie viele Gleise hat die Hohenzollernbrücke?
Die Brücke verfügt über sechs Eisenbahngleise. Die beiden nördlichen Gleise dienen der S-Bahn.
Wann fuhren nach dem Krieg wieder Züge über die Brücke?
Die erste wiederhergestellte Eisenbahnbrücke nahm den Verkehr spätestens 1948 wieder auf. Der frühe Wiederaufbau ermöglichte damit eine wichtige Rheinquerung, bevor die weiteren Brücken und zusätzlichen Gleise 1956 bis 1959 sowie 1986 bis 1987 hinzukamen.