Praetorium und MiQua: Römisches Köln am Rathausplatz
Unter dem Rathausplatz treffen römische Verwaltungsgeschichte und das mittelalterliche jüdische Viertel aufeinander. Das Praetorium war der Sitz des kaiserlichen Statthalters der Provinz Niedergermanien; seine baulichen Reste liegen unter dem Spanischen Bau. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Mikwe, ein jüdisches Ritualbad. Das MiQua – LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln – verbindet diese Zeugnisse künftig in einem archäologischen Museum.
Kurzfakten zu Praetorium und MiQua
- Das Praetorium war Amtssitz des römischen Statthalters von Niedergermanien.
- Reste der Palastanlage befinden sich unter dem Spanischen Bau des Kölner Rathauses.
- Die Mikwe am Rathausplatz ist ein mittelalterliches jüdisches Ritualbad.
- Das MiQua verbindet römische, jüdische und mittelalterliche Stadtgeschichte.
- Stadt Köln führt Praetorium und Mikwe bis zur Eröffnung des MiQua als geschlossen.
Das Praetorium als römischer Amtssitz
Die römische Kolonie am Rhein war Verwaltungsmittelpunkt der Provinz Niedergermanien. Im Praetorium residierte der kaiserliche Statthalter, der die Provinz Niedergermanien im Namen des Kaisers leitete. Die Anlage lag im heutigen Rathausquartier, wo sich Kölns politische Mitte über Jahrhunderte entwickelte.
Die Reste der Palastanlage liegen unter dem Spanischen Bau des Rathauses. Unterirdische Mauern und Fundamente vermitteln die Größe und den Aufbau des römischen Gebäudekomplexes. Der Ort ordnet sich in die Geschichte der Colonia Claudia Ara Agrippinensium ein, deren Stadtkern sich am Rhein im Gebiet der heutigen Innenstadt entwickelte. Das nahe gelegene Ubiermonument in Altstadt-Süd gehört zu den frühen steinernen Bauzeugnissen Kölns. Zusammen mit dem Praetorium veranschaulicht es die bauliche Entwicklung der römischen Stadt; weitere Fundorte des Römischen Kölns ergänzen den historischen Zusammenhang.
Die Mikwe und das mittelalterliche jüdische Viertel
In der Nähe des Praetoriums liegt die Mikwe des früheren jüdischen Viertels. Eine Mikwe ist ein Ritualbad; der Schacht der Kölner Anlage reicht bis zum Grundwasser. Ihre überlieferte bauliche Gestalt geht auf einen Umbau im 11. Jahrhundert zurück. Zusammen mit den archäologischen Spuren des Viertels erzählt sie von jüdischem Leben im mittelalterlichen Köln und von der räumlichen Gliederung der damaligen Stadt.
Am Rathausplatz lassen sich damit verschiedene historische Schichten räumlich zusammen denken: römische Herrschaft, jüdische Gemeinde und mittelalterliches Stadtleben. Diese Nähe ist für die Konzeption des MiQua wesentlich. Die Anlage wird als archäologischer Ort verständlich, an dem Fundamente und bauliche Zeugnisse die Stadtgeschichte direkt unter dem heutigen Platz sichtbar machen.
Was das MiQua zusammenführt
Das MiQua – LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln – entsteht auf und unter dem Rathausplatz. Das Museum verbindet die römischen Überreste des Praetoriums mit dem mittelalterlichen jüdischen Viertel und weiteren archäologischen Funden. Dadurch wird die Entwicklung des Quartiers über mehrere Epochen hinweg in einem räumlichen Zusammenhang vermittelt. Die Stadt Köln realisiert das Vorhaben in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland.
Der geplante gemeinsame Rundgang soll die verschiedenen Zeugnisse als Teile einer Stadtlandschaft erfahrbar machen. Das Praetorium steht für die Provinzverwaltung der Römerzeit; die Mikwe und die Spuren des Viertels verweisen auf jüdisches Leben im Mittelalter. Im weiteren Stadtgebiet prägen auch jüngere Bauwerke das historische Bild, etwa das Historische Rathaus mit seiner mittelalterlichen Baugeschichte.
Besuchsstatus am Rathausplatz
Die Stadt Köln weist Praetorium und Mikwe bis zur Eröffnung des MiQua als geschlossen aus; eine Innenbesichtigung ist derzeit nicht möglich. Nach der Eröffnung soll das Museum den Zugang zu den archäologischen Fundorten ermöglichen.
Das Ubiermonument in der Altstadt-Süd ist ein weiteres römisches Bauzeugnis in Köln. Es bietet einen Bezugspunkt für die römische Stadtentwicklung, während das Praetorium die Provinzverwaltung am heutigen Rathausplatz veranschaulicht. Im thematischen Zusammenhang steht auch die Mikwe als Zeugnis mittelalterlicher jüdischer Geschichte.
FAQ zu Praetorium und MiQua
Welche Funktion hatte das Praetorium?
Es war der Amtssitz des kaiserlichen Statthalters der römischen Provinz Niedergermanien und damit ein Zentrum der Provinzverwaltung.
Kann man Praetorium und Mikwe derzeit besichtigen?
Die Stadt Köln führt beide Fundorte bis zur Eröffnung des MiQua als geschlossen; eine Innenbesichtigung ist derzeit nicht möglich.
Was wird das MiQua zeigen?
Das MiQua verbindet die Geschichte des römischen Praetoriums mit dem mittelalterlichen jüdischen Viertel und weiteren archäologischen Zeugnissen am Rathausplatz.
Wo liegen die Reste des Praetoriums?
Die Reste befinden sich unter dem Spanischen Bau des Kölner Rathauses am Rathausplatz.