NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus
Das NS-Dokumentationszentrum Köln befindet sich im EL-DE-Haus, der ehemaligen Gestapo-Zentrale mitten in der Stadt. Das Haus ist zugleich historischer Ort, Gedenkstätte und Museum. In den Kellerzellen sind Inschriften ehemaliger Gefangener erhalten; sie geben der Geschichte der Verfolgung eine konkrete, individuelle Dimension. Die Ausstellung ordnet diese Zeugnisse in die Entwicklung Kölns während der nationalsozialistischen Diktatur ein.
Kurzfakten zum NS-Dokumentationszentrum
- Das NS-DOK befindet sich im EL-DE-Haus, der früheren Kölner Gestapo-Zentrale.
- Die Dauerausstellung behandelt Köln im Nationalsozialismus.
- Im ehemaligen Hausgefängnis sind Wandinschriften von Gefangenen erhalten.
- Der Rundgang umfasst Zellen im Keller und den Innenhof.
- Das Haus verbindet Gedenken, Forschung, Dokumentation und Bildungsarbeit.
Das EL-DE-Haus als historischer Ort
Das Gebäude war von 1935 bis 1945 Sitz der Gestapo in Köln. Von hier aus wurden Bevölkerung überwacht und Verfolgung organisiert. Im Hausgefängnis wurden Menschen verhört und gefoltert. Jüdinnen und Juden, politische Gegner, ausländische Zwangsarbeiter und weitere von der NS-Ideologie ausgegrenzte Gruppen waren betroffen. Die Geschichte des Hauses verknüpft damit lokale Verwaltung und Alltag mit dem Terror des Regimes.
In den Kellerzellen blieben zahlreiche Inschriften und Zeichnungen erhalten. Gefangene schrieben mit Bleistift, Kreide oder Kohlestücken und ritzten Gedanken in die Wände. Bei einer Erfassung in den 1980er Jahren wurden etwa 1.800 Inschriften und Zeichnungen gezählt. Sie stammen aus den Jahren 1943 bis 1945 und sind in verschiedenen Sprachen verfasst. Die Zeugnisse machen sichtbar, dass die Verfolgten aus unterschiedlichen Ländern und Lebenszusammenhängen kamen.
Die Ausstellung „Köln im Nationalsozialismus“
Die Dauerausstellung erstreckt sich über zwei Etagen und arbeitet mit Fotografien, Zeitungsartikeln, Briefen, Dokumenten sowie Audio- und Videostationen. Sie behandelt die Errichtung der Diktatur, Veränderungen der Stadtgesellschaft und die Strukturen des Terrors. Einzelne Lebensgeschichten richten den Blick auf Verfolgte und deren Erfahrungen. Auch die Zerstörung Kölns im Zweiten Weltkrieg gehört zum Themenbogen.
Der Weg durch das ehemalige Gefängnis führt zu den Haftbedingungen und den Wandinschriften. Der Innenhof ist Teil des Rundgangs. Dort ließ die Gestapo 1944 und 1945 mehr als 400 Menschen hinrichten. Dieser Teil des Besuchs verlangt Zeit und Aufmerksamkeit; die Verbindung von Dokumenten, originalen Räumen und Biografien macht die Geschichte des Ortes besonders eindringlich.
Die Dauerausstellung wurde 1997 eröffnet und 2009/10 aktualisiert. Das NS-DOK entwickelt die Ausstellung schrittweise neu, um die Geschichte der Gestapo im EL-DE-Haus und der Kölner Gesellschaft im Nationalsozialismus zeitgemäß zu vermitteln.
Gedenkstätte, Forschung und Bildungsarbeit
Das NS-DOK bewahrt Dokumente, Fotos, Objekte und weitere Quellen zur Kölner NS-Geschichte. Eine öffentliche Präsenzbibliothek steht Interessierten für eigene Forschung offen. Führungen im Haus und im Stadtraum verbinden historische Orte mit der Geschichte der Stadt. Workshops greifen Themen wie Jugend im Nationalsozialismus, Rassismus, Antisemitismus und extreme Rechte auf. Damit reicht das Programm über die Ausstellung hinaus und schafft verschiedene Zugänge für Einzelbesucher, Gruppen und Lernende.
Das EL-DE-Haus ergänzt andere Kölner Geschichtsorte um die Dokumentation der NS-Zeit. Das Römisch-Germanische Museum führt in die römische Geschichte der Stadt; im Museum Ludwig stehen moderne und zeitgenössische Kunst im Mittelpunkt. Das Schokoladenmuseum widmet sich der Kulturgeschichte der Schokolade.
Besuch vorbereiten
Die Ausstellungstexte und die meisten Quellen sind deutschsprachig. Audioguides gibt es an der Kasse auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch und Hebräisch.
FAQ zum NS-Dokumentationszentrum
Was ist das EL-DE-Haus?
Das EL-DE-Haus war von 1935 bis 1945 Sitz der Kölner Gestapo und beherbergt heute das NS-Dokumentationszentrum.
Was zeigt die Dauerausstellung?
Sie behandelt die NS-Diktatur in Köln, die Verfolgung verschiedener Gruppen, das Gestapo-Gefängnis und die Zerstörung der Stadt im Krieg.
Sind im Haus originale Spuren erhalten?
Ja. In den Kellerzellen sind zahlreiche Inschriften und Zeichnungen ehemaliger Gefangener an den Wänden erhalten.